Grundsätzlich lassen sich die Kerne aller essbaren Kürbissorten rösten. Besonders praktisch sind Hokkaido und Butternut, deren Kerne vergleichsweise groß und dünnschalig sind. Die Schale kann übrigens dranbleiben – sie ist essbar und wird beim Rösten angenehm knusprig. Zuerst werden die Kerne mit einem Löffel aus dem Kürbis gelöst. In einer Schüssel mit Wasser lassen sich die anhaftenden Fasern leicht entfernen. Anschließend die Kerne gründlich mit einem Küchentuch trockenreiben und am besten einige Stunden oder über Nacht an der Luft trocknen lassen. Je trockener sie vor dem Rösten sind, desto knuspriger werden sie.
Für die Würzmischung ist fast alles erlaubt. Etwas Oliven- oder Rapsöl sorgt dafür, dass Gewürze gut an den Kernen haften. Klassisch schmeckt die Kombination aus Salz und Paprika, wer es kräftiger mag, kann Cayennepfeffer, Kreuzkümmel, Kurkuma oder Knoblauch dazugeben. Auch Rosmarin und Thymian passen hervorragend. Mit Curry oder Ras el-Hanout bekommen die Kerne eine orientalisch-würzige Note. Für eine süße Variante werden die Kerne mit etwas flüssigem Honig vermischt und mit Zimt und Kardamom gewürzt. Wichtig ist dabei, die Kerne nicht zu dicht auf dem Blech zu verteilen. Liegen sie möglichst nebeneinander, rösten sie gleichmäßiger.
Ab in den Ofen
Im Ofen werden die Kürbiskerne langsam goldbraun und knusprig. Zwischendurch sollten sie gewendet werden, damit sie gleichmäßig rösten. © Deborah Kolb/Shutterstock.com
Bei 160 bis 180 ° C kommen die gewürzten Kürbiskerne für etwa 10 bis 20 Minuten in den Ofen. Zwischendurch sollten sie mehrmals gewendet werden. Sobald sie gleichmäßig goldbraun sind und angenehm nussig duften, sind sie fertig. Frische Kräuter kommen am besten erst nach dem Rösten dazu. Auf den noch warmen Kernen entfalten sie ihr Aroma, ohne im Ofen zu verbrennen. Nach dem Abkühlen lassen sich die gerösteten Kerne luftdicht verpacken. Kühl und dunkel gelagert bleiben sie mehrere Wochen knusprig. Geröstete Kürbiskerne schmecken pur, machen sich aber auch hervorragend als knuspriges Extra. Eine Handvoll gibt Müsli und Joghurt mehr Biss, passt zu Salaten oder Suppen und gibt selbstgebackenem Brot eine nussige Note. Auch Currys lassen sich damit kurz vor dem Servieren aufpeppen. Wer es süß mag, kann karamellisierte Kürbiskerne ausprobieren. Dafür werden die gerösteten Kerne mit etwas Honig oder Zucker karamellisiert und anschließend über Vanilleeis, Schokoladenmousse oder Panna cotta gestreut. Der knusprige Kontrast zu cremigen Desserts macht daraus ein überraschend einfaches Topping.
Kürbiskerne sind nicht nur aromatisch, sondern liefern auch einige interessante Nährstoffe. Sie enthalten Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Dazu kommen Vitamin E sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink. Allerdings sind Kürbiskerne auch relativ energiereich. Deshalb braucht es gar keine große Portion: Schon eine kleine Handvoll reicht als Snack oder Topping völlig aus. So wird aus dem, was beim Kürbisschnitzen oder Kochen sonst übrig bleiben würde, mit wenig Aufwand eine vielseitige und aromatische Zutat.