Sinnvoll verwenden

Nichts verschwenden

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 11.05.2026 - 09:20
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© Hananeko_Studio/Shutterstock.com

Es läuft einiges schief – und leider landen viele gute Lebensmittel immer noch viel zu oft im Müll. Rund 1,4 Millionen Menschen sind von Armut betroffen, während gleichzeitig jedes Jahr etwa 157.000 Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Eine Menge, von der ein halbe Million Menschen locker leben könnte.

Besonders bitter: Ein großer Teil davon wäre vermeidbar. Ganze 14 % unseres Restmülls bestehen aus genießbaren Lebensmitteln, die nie hätten im Abfall landen müssen. Weitere 11 % sind zumindest teilweise erklärbar – etwa durch Schalen, Knochen oder andere Küchenreste. Trotzdem bleibt die Bilanz erschreckend: Pro Kopf wirft jede Österreicherin und jeder Österreicher rund 19 Kilogramm Lebensmittel jährlich weg.

Was landet am häufigsten im Müll?

Die Auswirkungen sind nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich spürbar: Pro Haushalt gehen jedes Jahr Lebensmittel im Wert von rund 300 Euro verloren. Besonders häufig betroffen ist Brot und Gebäck – sie machen mit etwa 28 % den größten Anteil der weggeworfenen Lebensmittel aus. Allein in Wien wird täglich so viel Brot entsorgt, wie in der Stadt Graz an einem ganzen Tag konsumiert wird.

Darauf folgen Obst und Gemüse mit rund 27 %, gefolgt von Milchprodukten und Eiern (12 %) sowie Fleisch, Wurst und Fisch (11 %). Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Verschwendung sich durch alle Lebensmittelgruppen zieht und nicht nur einzelne Bereiche betrifft.

Gemeinsam gegen Food Waste

Weltweit, europaweit und auch in Österreich wird intensiv daran gearbeitet, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Zahlreiche Initiativen, Unternehmen und NGOs setzen sich dafür ein, überschüssige Lebensmittel zu retten, Bewusstsein zu schaffen und neue Wege im Umgang mit Lebensmitteln zu fördern. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Menschen zu sensibilisieren und den Wert von Lebensmitteln wieder stärker in den Fokus zu rücken.

Genial verwertet

Altes Brot muss keineswegs im Müll landen – ganz im Gegenteil. Ob knusprige Croutons, würzige Semmelbrösel, süße Scheiterhaufen oder herzhafte Knödel: Aus hart gewordenem Gebäck lassen sich überraschend viele Köstlichkeiten zaubern. 

Übrig gebliebene Nudeln, Reis oder Erdäpfel? Passiert schneller, als man denkt. Doch statt die Reste im Kühlschrank zu vergessen, heißt es: kreativ werden! Denn gerade diese Klassiker sollte man nicht ewig aufheben – verarbeitet schmecken sie dafür umso besser. Mit den richtigen Gewürzen und ein wenig Fantasie entstehen daraus Gerichte, die garantiert nicht nach „Resteverwertung“ schmecken.

Grenadiermarsch
Wenn Erdäpfel und Nudeln gemeinsam in der Pfanne landen, ordentlich angeröstet und mit Paprikapulver verfeinert werden, entsteht echtes Wohlfühlessen. Dazu passen je nach Geschmack Zwiebeln, Gemüse, Ei oder Speck – unkompliziert, herzhaft und wunderbar bodenständig. Ein Gericht, das zeigt, wie gut einfache Zutaten sein können.

Auflauf
Reste lieben die Auflaufform! Egal ob Reis, Nudeln, Erdäpfel oder Gemüse – kombiniert mit einer cremigen Sauce und einer goldbraunen Käseschicht wird daraus im Handumdrehen ein sättigendes Ofengericht.

Erdäpfelkäse
Aus gekochten Erdäpfeln, Topfen und fein gehackter Zwiebel entsteht ein würziger Aufstrich, der perfekt zu frischem Brot passt. Schnell gemacht, unkompliziert und ideal für eine herzhafte Jause.

Gemüse komplett nutzen

Beim Vorbereiten der Jause landen Radieschengrün, Karotten- oder Kohlrabiblätter oft ganz automatisch im Biomüll – dabei steckt gerade darin jede Menge Geschmack. Die Blätter eignen sich hervorragend für Pesto, als feine Zutat im Salat oder als aromatische Einlage in Suppen. Außerdem liefern sie wertvolle Inhaltsstoffe und verdienen definitiv eine zweite Chance in der Küche.

Auch andere vermeintliche Küchenreste haben großes Potenzial: Aus Apfelschalen lässt sich ein duftender Tee zubereiten, Erdäpfelschalen werden im Ofen zu knusprigen Chips und selbst der Brokkolistrunk macht sich perfekt als cremige Suppe. So wird aus Resten voller Geschmack – ganz im Sinne von Zero Waste.

Verwertungstipp Smoothie
Obst und Salat, die optisch nicht mehr ganz frisch wirken, müssen noch lange nicht aussortiert werden. Einfach mit etwas Wasser, Joghurt oder Saft mixen und schon entsteht ein cremiger Smoothie. Und ehrlich gesagt: Am Ende sehen Smoothies sowieso immer lecker gemixt aus.

Verwertungstipp Brühe
Gemüseabschnitte, Schalen und Strünke lassen sich wunderbar sammeln und als Basis für eine aromatische Gemüsebrühe verwenden. Besonders bei Bio-Gemüse oder Zutaten aus dem eigenen Garten kann man dabei nahezu alles bedenkenlos verwerten – nachhaltig und richtig geschmackvoll.