Weinjahrgang 2025 

Elegant-fruchtige Weine

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 09.03.2026 - 11:05
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Auch edelsüße Weine konnten unter sehr guten Bedingungen erzeugt werden. Nach einem kleinen Vorjahr fällt die Erntemenge mit über 2,5 Millionen Hektolitern leicht überdurchschnittlich aus. Der Winter war mild und trocken, der Frühling wechselhaft mit Regenphasen in Teilen Niederösterreichs, der Steiermark und des Burgenlands. Der Austrieb verzögerte sich, wodurch späte Kälteeinbrüche kaum Schäden verursachten. Mai begann kühl, doch Ende des Monats beschleunigten Sonne und Wärme das Rebenwachstum. Blüte und frühe Traubenentwicklung verliefen gesund, Hagelschäden blieben weitgehend aus. Sommer und August brachten wechselndes Wetter, das Rebenwachstum aber unterstützte. September war warm mit regelmäßigen Regenschauern, die selektive Lese erforderte, um gesundes, reifes Lesegut zu sichern. Für Süßweine zeichnet sich ein hervorragender Jahrgang ab.

Niederösterreich: Kaum Frostschäden, reichlicher Traubenansatz, späte Lese und gute Erträge prägten Niederösterreich. Die Weißweine zeigen präzise Aromatik, reintönige Frucht und ausgewogene Säure. Besonders spannend sind die knackigen Vertreter der Paradesorte Grüner Veltliner, die neben frischer Würze auch durch eine lebhafte Kernobstfrucht überzeugen. Bei Rieslingen darf man rassige, fruchtbetonte Exemplare erwarten. Auch Weißburgunder und Chardonnay präsentieren sich sehr überzeugend. Muskateller bestechen durch ihre Sortentypizität. Von den Wagramer Roten Veltlinern und den Raritäten aus der Thermenregion, wie Rotgipfler und Zierfandler, darf man ebenfalls einiges erwarten.
Fruchtbetonte Rotweine kommen aus der Thermenregion und aus Carnuntum, wobei die Unterschiede zwischen den Sorten größer sind als in den vergangenen Jahren. Beim dünnhäutigen Zweigelt entstanden durch frühe Lese fruchtbetonte, trinkfreudige Weine. Mit sorgfältiger Selektion und optimalem Lesezeitpunkt konnten auch hochwertige Vertreter geerntet werden. Von den burgundischen Sorten dürften die vielfach vielversprechenden Pinot Noirs heuer die St. Laurents überflügeln. Cabernet und Merlot präsentieren sich 2025 eher rotbeerig und schlanker im Charakter. 

Wien:
 In Wien entsprach der Witterungsverlauf überwiegend dem der niederösterreichischen Gebiete. Im September jedoch fiel hier mehr Niederschlag, sodass der späten Weingartenpflege und der raschen Lese besondere Bedeutung zukam. Auch in Wien fielen die Ergebnisse erfreulich aus: Die Weißweine präsentieren sich charaktervoll, etwas schlanker und zugleich pikanter als in den vergangenen Jahren. Aromatisch ausdrucksvoll zeigen sich die Gemischten Sätze aus den Weingärten beiderseits der Donau. Die Grünen Veltliner überzeugen durch hohe Transparenz und lebendige Pikanz. Spritzig und vital präsentieren sich schließlich die Rieslinge aus den bevorzugten Döblinger und Maurer Rieden..

Burgenland:
 Nach einem späten Start der Vegetationsperiode und einer ideal verlaufenden Blüte sorgten wetterbedingte Turbulenzen für hohen Arbeitsaufwand in den Weingärten. Positiv wirkte der regelmäßige Niederschlag, doch musste die Weingartenpflege und -hygiene besonders sorgfältig erfolgen. Bei entsprechender Pflege und penibler Selektion konnten sehr gute Qualitäten geerntet werden. Aus Pinot Blanc und Chardonnay entstanden besonders präzise, feinfruchtige und pikante Vertreter; auch aus Welschriesling wurden sortentypische Exemplare gekeltert. Bei vielen blauen Sorten war 2025 erneut eine gute Entblätterung der Traubenzone und eine gezielte Mengenreduktion entscheidend.
Sehr fruchtbetont und elegant zeigt sich vielerorts der Zweigelt. Beim Blaufränkisch konnten bei entsprechender später Lese strukturierte, markante Weine mit viel Frucht und festem Tannin geerntet werden. Während die Merlots in vielen Lagen durchaus charaktervoll ausfielen, präsentieren sich die Cabernets etwas schlanker und zarter. Großartige Aussichten gibt es im Prädikatsweinsektor, vor allem im Seewinkel und in Rust, wo die Prädikatsweinlese vielerorts in einem Zug erfolgt. Hohe Alkoholgrade und hervorragende Säurewerte prägen die süßen und edelsüßen Weine von der Spätlese bis zur Trockenbeerenauslese und Ausbruch. Die Eisweine konnten erst bei tiefen Temperaturen zum Jahreswechsel eingebracht werden.

Steiermark: Auch in der Steiermark verliefen Austrieb und Blüte etwas verspätet, während das Frühjahr insgesamt eher trocken war. Der Traubenansatz fiel in der Grünen Mark – etwa beim Sauvignon Blanc – besonders reichlich aus, sodass ein gezieltes Ausdünnen in vielen Lagen sehr wichtig war. Je nach Schönwetterfenster gestalteten sich die Lesetage sehr intensiv. Bei einigen Sorten war eine starke Mengenreduktion im Vorfeld notwendig, um die gewünschte Vollreife zu erreichen, etwa beim Muskateller, aber auch bei Sauvignon Blanc und Pinot Blanc.
Wo dies umgesetzt wurde, überzeugen die Sauvignons durch ihre aromatische Fülle, Pinot Blanc und Chardonnay durch Typizität, Biss und Straffheit. Ein gemeinsames Kennzeichen aller Weine ist der im Vergleich moderatere Alkoholgehalt. Es kündigt sich ein klassisch steirischer Jahrgang an, der Pikanz und Frucht vereint und strukturierte, straffe Premiumweine in allen Gebieten hervorbringt. Beim Blauen Wildbacher in der Weststeiermark war das Warten auf die Vollreife entscheidend. Das Ergebnis sind animierende rosarote Klassiker mit ausgeprägter Waldbeerenfrucht, Rasse und Biss.

Bergland: In den Weinbaufluren des Berglands gestalteten sich die Bedingungen teils anders als im klassischen Weinland. Insbesondere fiel der September in Kärnten, Oberösterreich sowie in Vorarlberg und Tirol deutlich freundlicher und trockener aus als in den östlichen Weinbaugebieten. In Oberösterreich blickt man auf ein sehr gutes und vor allem schadenfreies Weinjahr zurück, wobei auch hier konsequente Weingartenarbeit erforderlich war. 2025 verspricht ein klassischer Jahrgang mit ausgeprägter Aromatik und gutem Trinkfluss. Besonders vielversprechend präsentieren sich Weine aus Chardonnay und Sauvignon Blanc.

In Kärnten profitierte man von besonders günstigen Wetterbedingungen; die Rebfläche beträgt mittlerweile rund 125 ha. Die Niederschläge im Juli und September fielen gering aus, während im August ein Hitzeschub für Reife und Fruchtentwicklung sorgte. Das Ergebnis sind reife, zugleich knackige Weine mit guter Fruchtausprägung.

In Tirol führten Hagelereignisse im Juni und Juli zu erheblichen Schäden. Der niederschlagsreiche Juli sowie regelmäßige Regenschauer danach erforderten höchste Aufmerksamkeit. Häufige Lesefenster im Herbst ermöglichten dennoch die Lese gesunder Trauben und die Herstellung frischfruchtiger, knackiger Weine.

Westlich des Alpenhauptkamms brachte ein intensiver Regen im Juli Herausforderungen, doch der spätere, versöhnliche Ausklang des Sommers half den Reben. Um Pilzdruck zu vermeiden, waren sorgfältige Rebpflege und eine gut durchlüftete Laubwand entscheidend. Glücklicherweise zeigten sich September und Oktober auch am Bodensee und im Walgau freundlich, sodass Weine mit viel Frucht und ausgewogener Säurestruktur entstehen konnten.


Quelle: oesterreichwein