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Mikroplastik auf dem Teller: Was wissen wir wirklich?

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 14.09.2026 - 08:55
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Mikroplastik in Fischen wird häufig im Magen-Darm-Trakt nachgewiesen. Dieser wird meist nicht mitgegessen – die Befunde sagen daher wenig darüber aus, wie viel Mikroplastik tatsächlich über den Verzehr von Fisch aufgenommen wird. © Maksim Safaniuk/Shutterstock.com

Mikroplastik wurde schon in zahlreichen Lebensmitteln nachgewiesen. Untersuchungen fanden Kunststoffpartikel unter anderem in Mineralwasser, Honig, Bier, Salz, Obst sowie Fisch und Meeresfrüchten. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Lebensmittel generell stark mit Mikroplastik belastet sind oder davon eine nachgewiesene Gesundheitsgefahr ausgeht. Dafür ist die Datenlage derzeit noch zu unsicher. Mikroplastik kann auf unterschiedlichen Wegen in die Nahrung gelangen: aus der Umwelt, über das Lebensmittel selbst, aber auch während Verarbeitung, Verpackung, Transport oder Zubereitung. Gerade bei verpackten Lebensmitteln lässt sich deshalb nicht immer eindeutig feststellen, woher einzelne Partikel stammen. Auch bei Mineralwasser zeigen Untersuchungen, dass die Verpackung beziehungsweise der Abfüll- und Reinigungsprozess eine Rolle spielen kann. Kunststoffpartikel wurden sowohl in Wasser aus Kunststoff- als auch aus Glas-Mehrwegflaschen gefunden. Das deutet darauf hin, dass Partikel beispielsweise durch Verschlüsse, Reinigung oder die Wiederbefüllung eingetragen werden können – und nicht zwangsläufig bereits im Wasser vorhanden waren

Noch schwer messbar

Es gibt noch keine einheitlichen, ausreichend validierten Verfahren, mit denen sich Mikroplastik in Lebensmitteln zuverlässig erfassen und miteinander vergleichen lässt. Je nach Untersuchungsmethode werden unterschiedliche Partikelgrößen und Kunststoffarten erfasst. Deshalb lässt sich bislang nicht seriös sagen, wie viel Mikroplastik durchschnittlich in einem bestimmten Lebensmittel oder in unserer täglichen Ernährung steckt. Auch routinemäßige Kontrollen von Lebensmitteln auf Mikroplastik sind unter diesen Voraussetzungen noch nicht möglich. Besonders häufig untersucht wurden Fische und Meeresfrüchte. Dabei wurden beispielsweise Mikroplastikpartikel in Muscheln nachgewiesen. Bei Fischen beziehen sich viele Untersuchungen allerdings auf den Magen-Darm-Trakt. Dieser wird bei den meisten Fischen nicht mitgegessen. Aus solchen Befunden lässt sich daher nicht unmittelbar ableiten, wie viel Mikroplastik Verbraucher tatsächlich über Fisch aufnehmen.

Auch beim Mineralwasser zeigen sich die Grenzen solcher Untersuchungen. Werden Partikel gefunden, ist nicht immer eindeutig zu klären, ob sie bereits im Wasser vorhanden waren oder erst bei Reinigung, Abfüllung oder der Analyse eingetragen wurden. Dass ähnliche Partikelmengen in Wasser aus Glas- und Kunststoff-Mehrwegflaschen festgestellt wurden, spricht zumindest dafür, dass auch Prozesse rund um die Abfüllung und Wiederverwendung eine mögliche Quelle sein können. Eine weitere wichtige Eintragsquelle liegt außerhalb der Lebensmittelproduktion: Mikroplastik entsteht in großen Mengen durch den Abrieb von Reifen, aber auch durch Farben, synthetische Textilien und den Zerfall größerer Kunststoffteile. Diese Partikel gelangen in Böden und Gewässer und können so in die Umwelt und letztlich in die Nahrungskette gelangen.

Und was bedeutet das für unsere Gesundheit? Hier ist Zurückhaltung angebracht – in beide Richtungen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) arbeitet weiterhin an einer umfassenden Bewertung von Mikro- und Nanoplastik in Lebensmitteln. Nach aktuellem Stand reichen die Daten noch nicht aus, um die gesundheitlichen Risiken zuverlässig zu beurteilen. Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu dem Schluss, dass sich ein gesundheitliches Risiko durch Mikroplastik in Lebensmitteln derzeit nicht belastbar bewerten lässt. Mikroplastik kann in Lebensmittel gelangen, doch wir wissen noch nicht genau, in welchen Mengen, in welcher Zusammensetzung und mit welchen gesundheitlichen Folgen. Belastbare Langzeitdaten fehlen bislang. Bei der Frage nach möglichen gesundheitlichen Auswirkungen sollte deshalb auch die Aufnahme über die Atemluft berücksichtigt werden. Mikroplastik kann unter anderem aus Innenräumen, Teppichen sowie Kleidung stammen; auch der Straßenverkehr und insbesondere Reifenabrieb spielen eine Rolle. Welche Aufnahmewege langfristig die größere Bedeutung haben, lässt sich derzeit jedoch noch nicht abschließend beurteilen.