Was wir essen, wie wir einkaufen und worüber wir sprechen, verändert sich – teils bewusst, teils im Sog von Social Media. Ernährung wird mehr und mehr zur individuellen Wellness‑Routine. Statt Kalorien zu zählen, geht es um Langlebigkeit, innere Balance und das gute Gefühl, Körper und Geist etwas Gutes zu tun. Verdauung, Haut und Immunsystem sind in aller Munde – nicht nur im wörtlichen, sondern auch im digitalen Sinn. Essen soll Energie spenden, Stress abfedern und im besten Fall auch die Stimmung heben.
Auch in der Getränkewelt vollzieht sich der Wandel. Alkoholfreie Drinks sind längst kein Ersatz mehr, sondern die neuen Aushängeschilder bewussten Genusses. Ob stilvolle Mocktails oder fein abgestimmte Fermentgetränke – wer 2026 auf Alkohol verzichtet, tut das aus Überzeugung, nicht aus Verzicht.
Technologie zieht währenddessen in die Küche ein. Künstliche Intelligenz hilft beim Planen, Einkaufen und Inspirieren – sie ersetzt keine Ernährungsberaterin, sorgt aber dafür, dass der Satz „Was soll ich kochen?“ weniger Stress verursacht. Gleichzeitig bestimmen soziale Netzwerke immer stärker, was in unseren Einkaufswagen landet: Virale Produkte, limitierte Editionen und überraschende Geschmackskombinationen schaffen Begehrlichkeiten – vor allem dann, wenn sie fotogen sind. Nach der Dubai-Schokolade und den „Fruit Cakes“ bleibt die Frage: Was wird der nächste große Hype?
Auch beim Einkaufen schauen viele genauer hin. Steigende Preise lenken den Blick auf Eigenmarken – nicht, weil man sich einschränken will, sondern weil sie beweisen, dass gutes Essen und faire Preise längst kein Widerspruch mehr sind. Trotz all der Innovationen und Versprechen mischt sich Skepsis in die Begeisterung. Denn je mehr Ernährung zur Wissenschaft wird, desto weniger Raum scheint manchmal für Genuss zu bleiben. Functional Food mag beeindruckend klingen, doch wer will schon jeden Bissen als Leistungsoptimierung betrachten? Gesundheit ist wichtig, keine Frage. Aber vielleicht sehnt sich die Mehrheit nach einem Esstisch, an dem weniger analysiert und mehr gelacht wird. 2026 könnte daher auch das Jahr werden, in dem wir zurückkehren zu echtem Handwerk, ehrlichen Rezepten und einfachen Momenten des Genießens – zu Essen, das nicht erklären muss, warum es „gut“ ist, sondern einfach schmeckt. Vielleicht zählt am Ende gar nicht der neueste Trend, sondern die Dankbarkeit, aus so vielen Möglichkeiten wählen zu können.