Was viele achtlos wegwerfen, steckt voller Geschmack und wertvoller Inhaltsstoffe: Die Blätter von Radieschen, Karotten, Kohlrabi und Co. sind viel mehr als ein Frischezeichen beim Einkauf. Sie... Mehr lesen ...
Ein traditionelles türkisches Frühstück hat einen besonderen Stellenwert. Dabei geht es nicht nur um Käse, Oliven, Gemüse und Brot, sondern v. a. um das gemeinsame Beisammensein. © Yalcin Sonat/Shutterstock.com
Wer verreist, entdeckt nicht nur neue Sehenswürdigkeiten, sondern auch neue Geschmäcker. Besonders das Frühstück verrät viel über die Essgewohnheiten eines Landes. Was hierzulande ungewöhnlich klingt, ist anderswo ganz normal. Komm mit auf eine kulinarische Weltreise und entdecke, wie abwechslungsreich Frühstück sein kann.
Fruchtig und süß
Süßer Start in den Tag: Mandazi sind goldbraun gebackene Hefeteigbällchen und gehören in Tansania zu den beliebtesten Frühstücksspezialitäten. © Sergii Koval/Shutterstock.com
Wer morgens gern süß frühstückt, würde sich in Brasilien vermutlich sofort wohlfühlen. Dort gehören frische Papaya, Mango, Ananas und Melone selbstverständlich zum Frühstück. Die Früchte werden als Obstsalat oder frisch gepresster Saft serviert. Ganz so leicht bleibt das Frühstück aber nicht immer: Oft kommen noch Käsebällchen, gekochte Maniokwurzeln mit reichlich Butter, frittierte Süßkartoffeln sowie Kuchen, Kekse oder süßer Brei dazu.
In Kanada darf ein anderer süßer Star nicht fehlen: Ahornsirup. Viele gießen das karamellig schmeckende „flüssige Gold“ über Pfannkuchen oder Waffeln. Auch Frankreich liebt ein eher süßes Frühstück. Dort wird der Milchkaffee oder Kakao häufig aus aus einer großen Schale getrunken. Dazu gibt es ein Croissant mit Marmelade oder ein Stück Baguette mit Butter – schlicht, aber typisch französisch.
In Tansania kommen morgens häufig Mandazis auf den Tisch. Das fluffigen Hefeteiggebäck erinnern ein wenig an unsere Krapfen, werden aber oft mit Kokosmilch verfeinert. Wer danach noch Hunger hat, greift zu Chapati – einem dünnen Fladenbrot.
Herzhaft in den Tag
Ohne Gallo Pinto geht's kaum: Das herzhafte Reis-Bohnen-Gericht gehört in Costa Rica für viele zum Frühstück dazu. © fabivargasph/Shutterstock.com
In vielen Ländern darf das Frühstück ruhig sättigend sein. In der Türkei beginnt der Tag oft mit Schafkäse, Oliven, Tomaten, diversen Aufstrichen, Gurken und Paprika. Gegessen wird alles mit Fladenbrot oder Simit – einem ringförmigen Gebäck mit Sesam.
In Costa Rica ist Gallo Pinto ein echter Frühstücksklassiker. Das Gericht besteht aus Reis und schwarzen Bohnen, die gemeinsam mit Gewürzen angebraten werden. Das Nachbarland Nicaragua sieht das allerdings etwas anders: Dort werden traditionell rote Bohnen verwendet. Bis heute wird darüber diskutiert, welche Variante das „echte“ Gallo Pinto ist. Auch in Ägypten spielen Hülsenfrüchte eine wichtige Rolle. Beliebt ist Foul, ein cremiger Brei aus Saubohnen, der mit Öl, Sesamsoße und Gewürzen abgeschmeckt wird. Ebenfalls gern gegessen werden Taameya – knusprig ausgebackene Bällchen aus Bohnen, die an Falafel erinnern.
In Großbritannien ist das berühmte Full English Breakfast weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auf den Teller kommen Speck, Würstchen, Spiegeleier, Bohnen, Toast und manchmal auch Bratkartoffeln. Dazu gehört ebenfalls Black Pudding – eine Blutwurst, die unserer Blunze ähnelt. In Schottland startet man dagegen häufig etwas gesünder mit einer warmen Portion Porridge.
Auch Schweden setzt auf ein kräftiges Frühstück. Knäckebrot mit Käse, Schinken oder Marmelade gehört genauso dazu wie Haferbrei mit Filmjölk, einer Art Dickmilch, garniert mit Äpfeln oder Beeren. Manche essen sogar Heringssalat zum Frühstück.
Frühstück, das überrascht
In Indien beginnt der Tag oft mit Idli – weichen Reisküchlein, die mit würziger Linsensoße serviert werden. © Indianstyle/Shutterstock.com
Was für uns nach Mittagessen klingt, gehört in anderen Ländern ganz selbstverständlich zum Start in den Tag. In Japan stehen Reis, geräucherter oder frischer Fisch, eingelegtes Gemüse und eine dampfend heiße Miso-Suppe auf dem Frühstückstisch. Die kräftige Mahlzeit hat einen praktischen Grund: Vor allem Menschen, die körperlich schwer arbeiten, brauchen schon früh viel Energie.
Auch in Indien beginnt der Tag oft würzig. Beliebt sind Idli – kleine Küchlein aus Reismehl – mit einer scharfen Linsensoße namens Sambar. Ebenso häufig gibt es Dosa, hauchdünne Pfannkuchen aus Reis- und Bohnenmehl, die mit pikantem Chutney serviert werden.