Nicht alles mag’s kalt

So lagert Obst und Gemüse richtig

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 11.02.2026 - 08:49
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© Jesica Martinez/Shutterstock.com

Der Kühlschrank ist zweifellos eine großartige Erfindung: Er hält viele Lebensmittel länger frisch und schützt sie vor frühzeitigem Verderb. Besonders in den unteren Fächern, wo es etwas milder ist, ist es ideal für Brokkoli, Kohlrabi, Salate und Karotten. Doch längst nicht jedes Obst und Gemüse mag es kalt. Einige Arten sind kälteempfindlich und entwickeln ihr volles Aroma nur bei Zimmertemperatur.

Der richtige Lagerort macht den Unterschied

Ob Kühlung sinnvoll ist, hängt stark von ab, um was es sich handelt. In der Regel verlangsamt Kälte den Stoffwechsel der Pflanzen, was ihre Haltbarkeit verbessert – gleichzeitig kann sie aber verhindern, dass Früchte nachreifen oder ihr volles Aroma entfalten. Einiges wird daher besser nicht im Kühlschrank gelagert.
Viele Früchte aus warmen Regionen, wie Bananen, Mangos, Ananas, Avocados oder Zitrusfrüchte, vertragen keinen Kühlschrank. Bananen bekommen dort braune Flecken und verlieren ihren süßen Geschmack. Sie bleiben länger schön, wenn man sie hängend und luftig bei Raumtemperatur lagert. Auch Zitronen und Orangen fühlen sich bei Zimmertemperatur am wohlsten – und bleiben dabei etwa ein bis zwei Wochen frisch. Sind Kiwis oder Birnen noch unreif, gelangen sie nur bei Zimmertemperatur innerhalb weniger Tage zur Genussreife. Avocados sind ein Sonderfall: Meist werden sie unreif verkauft und reifen bei Raumtemperatur perfekt nach. Erst wenn sie genussreif, aber noch nicht verzehrt werden, darf man sie kurzzeitig in den Kühlschrank legen.
Ein weiteres Beispiel sind Paradeiser. Im Kühlschrank verlieren sie schnell ihren Duft und Geschmack und entwickeln glasige Stellen. Optimal ist ein dunkler, gut belüfteter Platz mit etwa 15°C. Da Paradeiser, genau wie Äpfel das Reifegas Ethylen abgeben, sollten sie außerdem getrennt von anderem Obst und Gemüse liegen, um ein vorzeitiges Verderben zu vermeiden.

Kälteempfindliches Gemüse und kluge Lagertricks

Nicht nur tropisches Obst, auch manches Gemüse leidet unter zu viel Kälte. Paprika, Zucchini, Gurken, Auberginen oder grüne Bohnen bekommen im Kühlschrank wässrig-glasige Stellen und verlieren ihr Aroma. Sie bleiben deutlich länger frisch, wenn sie kühl, aber nicht kalt gelagert werden – am besten zwischen 12 und 16 °C.
Knoblauch und Zwiebeln benötigen wiederum einen anderen Platz: trocken, luftig und dunkel – etwa in einem klassischen Tontopf oder in einem belüfteten Kellerraum. Im Kühlschrank verlieren sie schnell an Geschmack und können außerdem anfangen zu schimmeln. Erdäpfel gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Bei zu niedrigen Temperaturen wandelt sich die Stärke in Zucker um, was den Geschmack verändert. Ideal ist ein trockener, dunkler Raum mit Temperaturen zwischen 5 und 15 °C.
Wer schließlich seine Vorräte regelmäßig kontrolliert, vermeidet nicht nur Verderb, sondern genießt Obst und Gemüse in bester Qualität. Die Faustregel lautet: Je empfindlicher und aromatischer die Sorte, desto weniger mag sie Kälte.