Die gute Nachricht zuerst: Beim Auspressen verschwinden die wertvollen Inhaltsstoffe der Orange nicht einfach. Frisch gepresster Orangensaft liefert weiterhin Vitamin C, Kalium und verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe. Auch der enthaltene Zucker stammt ausschließlich aus der Frucht selbst. Dem Saft wird also kein zusätzlicher Zucker „hinzugezaubert“. Der wichtigste Unterschied liegt in der Struktur der Orange. Wer eine ganze Frucht isst, nimmt das Fruchtfleisch mitsamt allen Ballaststoffen auf. Beim Entsaften bleibt ein großer Teil dieser Ballaststoffe in den ausgepressten Fruchtresten zurück.
Ballaststoffe sind unter anderem deshalb wertvoll, weil sie zur Sättigung beitragen und die Verdauung unterstützen. Zudem muss eine Orange gekaut werden. Das sorgt häufig dafür, dass wir langsamer essen und uns schneller satt fühlen.
Warum wird der Zucker im Saft anders bewertet?
Obwohl der Zucker in Orange und Orangensaft ursprünglich derselbe ist, betrachtet die Ernährungswissenschaft diese beiden Formen nicht ganz gleich. In der ganzen Frucht ist der Zucker in die natürliche Struktur der Orange eingebunden. Beim Pressen werden die Zellstrukturen aufgebrochen, wodurch der Zucker schneller verfügbar wird. Gleichzeitig lässt sich Saft deutlich leichter und in größeren Mengen konsumieren als ganze Früchte. Für ein kleines Glas Orangensaft werden oft zwei bis drei Orangen benötigt. Während kaum jemand mehrere Orangen auf einmal essen würde, ist ein Glas Saft in wenigen Schlucken getrunken.
Ist die ganze Orange wirklich besser?
Wer möglichst viele Ballaststoffe aufnehmen und lange satt bleiben möchte, ist mit der ganzen Orange im Vorteil. Sie liefert die Frucht in ihrer natürlichen Form und sorgt meist für eine stärkere Sättigung. Das bedeutet allerdings nicht, dass frisch gepresster Orangensaft ungesund ist. Er enthält weiterhin viele wertvolle Inhaltsstoffe und kann durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Entscheidend ist, wie so oft, die Menge.