Nach den oft genussreichen Feiertagen verzichten im Jänner immer mehr Menschen bewusst auf Alkohol – nicht als Verzichtsübung, sondern als Reset für Körper, Geist und Geschmack. Diese positive Wirkung ist schon nach wenigen Tagen spürbar und ein guter Einstieg in ein dauerhaft verändertes Trinkverhalten. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Selbstdisziplin, sondern um neue Formen des Genießens. Denn wer im Dry January keinen Alkohol trinkt, entdeckt schnell: Geschmack braucht kein Promille. Bars, Restaurants und Hobby-Mixologen zaubern mittlerweile ganze Menüs und Getränkekarten rund um sogenannte Mocktails – alkoholfreie Cocktails, die in Sachen Aroma, Textur und Präsentation ihren klassischen Gegenstücken in nichts nachstehen. Der Name leitet sich vom englischen Verb to mock ab, also „nachahmen“. Doch im besten Fall geht es hier nicht um bloßen Ersatz, sondern um kreative Neuinterpretationen. Viele Barkeeper setzen auf hausgemachte Sirups, Fermente und Kräuterextrakte – kurz: auf Handwerk, Geschmack und echtes Können.
Kulinarisch betrachtet eröffnet der Dry January also keine Durststrecke, sondern eine Bühne für feinaromatische Experimente. Ein Monat ohne Alkohol kann so zum Startpunkt für bewussteren Genuss werden – vielleicht sogar weit über den Jänner hinaus.