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Was Hausmittel gegen Sodbrennen bringen

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 01.09.2026 - 08:19
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© New Africa/Shutterstock.com

Bei gelegentlichen Beschwerden können einfache Hausmittel zumindest kurzfristig Linderung verschaffen. Doch nicht jeder Tipp aus der Hausapotheke hält einer genaueren Betrachtung stand.

Kann Kauen tatsächlich helfen?
Ein Kaugummi kann unterwegs eine praktische Möglichkeit sein, wenn sich Sodbrennen ankündigt. Durch das Kauen wird mehr Speichel gebildet. Dieser ist leicht basisch und kann dabei helfen, Säure in der Speiseröhre zu neutralisieren und zurück in Richtung Magen zu befördern. Aber nicht jede Kaugummisorte ist geeignet: Besonders Pfefferminz- und stark mentholhaltige Varianten können bei manchen Menschen ungünstig sein. Minze beziehungsweise Menthol kann den unteren Schließmuskel der Speiseröhre entspannen. Dadurch kann Magensäure leichter zurückfließen – also genau das, was bei Reflux vermieden werden soll.

Ein kleiner Snack gegen das Brennen?
Auch Mandeln werden häufig als Hausmittel genutzt. Langsames und gründliches Kauen lässt einen feinen Mandelbrei entsteht, der überschüssige Säure bindet und den Rückfluss in den Magen unterstützen kann. Für diesen Zweck eignen sich aber nur ungesalzene und ungesüßte Mandeln. Als Hausmittel sind sie grundsätzlich unkompliziert, wissenschaftlich eindeutig belegt ist ihre Wirkung gegen Sodbrennen allerdings nicht.

Schutz durch Schleimstoffe?
Leinsamen gehören zu den klassischen Hausmitteln bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich. Bei Kontakt mit Wasser bilden sie Schleimstoffe. Diese können eine schützende Schicht auf den Schleimhäuten bilden und dadurch möglicherweise auch gereizte Bereiche in Speiseröhre und Magen beruhigen. Besonders Leinsamen mit einem hohen Anteil an Schleimstoffen werden für entsprechende Aufgüsse verwendet. Wichtig ist dabei, ausreichend zu trinken, da Leinsamen stark quellen.

Hausmittel mit Stolperfallen
Erdäpfelsaft wird ebenfalls traditionell bei Sodbrennen eingesetzt. Ihm wird unter anderem eine säurebindende und schleimhautschützende Wirkung zugeschrieben. Wer Erdäpfelsaft ausprobieren möchte, sollte bei selbst zubereitetem Saft allerdings besonders vorsichtig sein. Grüne Stellen und grüne Kartoffeln können erhöhte Mengen an Solanin enthalten. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Pflanzenstoff, der bei größeren Mengen zu Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall führen kann. Fertigprodukte aus dem Handel sind deshalb eine sicherere Alternative zum selbst gepressten Saft.

Warum kalt aufgießen?
Eibischwurzel enthält ebenfalls Schleimstoffe, die sich in Wasser lösen und eine Schutzschicht auf gereizten Schleimhäuten bilden können. Deshalb wird Eibisch seit Langem als pflanzliches Hausmittel eingesetzt. Anders als bei vielen Tees wird die Wurzel für einen solchen Aufguss nicht mit heißem Wasser überbrüht. Stattdessen werden etwa zwei Teelöffel Eibischwurzel mit rund 150 ml kaltem Wasser angesetzt. Der Ansatz sollte ungefähr ein bis zwei Stunden ziehen und zwischendurch umgerührt werden.

Bei gelegentlichem Sodbrennen können einfache Maßnahmen oder Hausmittel unter Umständen für kurzfristige Linderung sorgen. Treten die Beschwerden jedoch regelmäßig auf, sind besonders stark oder kommen weitere Symptome hinzu, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.