Kleine Karotten, großer Geschmack! Unsere Blätterteig-Karotten mit cremiger Füllung sind der perfekte Oster-Hingucker – einfach nachzumachen und super lecker! Mehr lesen ...
Bei unseren tschechischen Nachbarn kommen zu Ostern wie bei uns verschiedene Germgebäcke auf den Tisch. Eine Spezialität aus Hefeteig ist Jidáše. Das Grundrezept besteht aus Germ, Mehl, Eiern und Milch. Aus dem Teig werden kleine Spiralen oder Knoten geformt . Das Gebäck erinnert an einen Strang, an dem sich der Apostel Judas erhängt haben soll, nachdem er Jesus verraten hatte.
In Slowenien steht Potica auf dem Tisch – ein traditioneller Kuchen aus dünnem Teig, der mit einer süßen Nussfüllung, Rosinen, Honig und Gewürzen gerollt wird. In Österreich ist eine ähnliche Variante unter dem Namen Reindling bekannt. Beide Varianten werden oft in speziellen Kuchenformen gebacken und zählen zu den süßesten Osterklassikern.
Gründonnerstag ohne Spinat? Kaum vorstellbar – und nicht nur in Österreich ist das grüne Gemüse zu Ostern beliebt. Auch in Italien spielt es eine wichtige Rolle: Dort landet es in der „Torta Pasqualina“, einer herzhaften Blätterteigtorte. Anders als eine flache Quiche wird diese Torte in einer hohen Form gebacken. Der Boden wird mit Blätterteig ausgelegt und anschließend mit einer Mischung aus Ricotta, Spinat, Eiern und Parmesan gefüllt. Besonders dekorativ: Ganze Eier werden vorsichtig in die Füllung gesetzt, sodass sie beim Anschneiden sichtbar werden.
Eine ähnliche Variante gibt es auch in Argentinien, wo die „Pascualina“ traditionell als herzhaftes Ostergericht serviert wird. Sie besteht ebenfalls aus Spinat, Eiern und Zwiebeln und bringt auf köstliche Weise den italienischen Ursprung dieser Speise auf den Tisch.
In Großbritannien und Irland gehört der „Simnel Cake“ zu den klassischen Osterleckereien. Im Mittelpunkt steht dabei Marzipan: Die süße Mandelmasse wird sowohl in den Kuchen eingearbeitet als auch zur Verzierung verwendet. Der Früchtekuchen enthält Rosinen, Korinthen, kandierte Früchte sowie Orangenschalen und Zitronenschalen. Obenauf kommt eine Marzipanschicht, auf die genau elf kleine Marzipankugeln gesetzt werden. Diese symbolisieren die Jünger Jesu, wobei Judas bei der Zählung bewusst ausgelassen wird.
Ähnlich wie unser Schokohase landet in Australien ein Schoko-Bilby im Osternest. © Milleflore Images/Shutterstock.com
In Australien kommt nicht der Osterhase. Hasen sind dort eher unbeliebt, weil sie Felder kahl fressen und sich schnell stark vermehren können. Stattdessen finden Kinder in ihren Osternester einen Schokoladen-Bilby. (Der Bilby ist ein kleines Beuteltier, das wie der Hase lange Ohren hat. Unsere Schokohasen ähneln dem Schoko-Bilby ein wenig).
In den USA gehört zu Ostern oft ein klassischer Osterschinken, begleitet von sogenannten Hot Cross Buns. © zi3000/Shutterstock.com
In den USA gehört zu Ostern oft ein klassischer Osterschinken, begleitet von sogenannten Hot Cross Buns. Dabei handelt es sich um kleine Hefebrötchen, die häufig mit Rosinen, Äpfeln, Zimt, Cranberries oder ähnlichen Zutaten verfeinert werden. Nach dem Backen wird ein Kreuz auf die Brötchen gesetzt, das an die Passion Jesu erinnern soll. Traditionell werden sie am Karfreitag serviert. Ihren Ursprung haben die Hot Cross Buns im mittelalterlichen England. Auswanderer brachten das Gebäck mit nach Amerika, wo es bis heute fest zu den Osterfeierlichkeiten gehört. In England wird es nicht nur am Karfreitag, sondern auch während der gesamten Osterzeit gegessen.
In Finnland gehört Mämmi zu den klassischen Osterleckereien – ein dunkles Dessert aus Roggenmehl, Wasser, Melasse und einem Hauch Orangenschale. Serviert wird es gerne mit Milch oder Schlagobers und etwas Zucker – ein süßer Genuss, der perfekt zur Osterzeit passt. Erste Erwähnungen des Traditionsdesserts stammen aus dem 17. Jahrhundert. Ursprünglich wurde es vor allem während der Fastenzeit gegessen, denn etwas Warmes zu genießen galt damals als kleine Rebellion gegen die Fastenregeln.
Im Nachbarland Schweden steht die Matjessilltårta auf dem Ostertisch – eine Torte aus Heringen, Topfen, Kräutern und Roggenbrotboden, oft bunt verziert und ein echter Hingucker für die festliche Tafel.
Torrijas sind eine traditionelle spanische Süßspeise, die besonders zur Osterzeit gegessen wird. © EllyGri/Shutterstock.com
In Spanien gehören Torrijas zu den Favoriten: Brotscheiben werden in Milch eingeweicht, in Ei getaucht und anschließend gebraten oder gebacken, oft mit Zimt und Zucker bestreut.
In Ecuador gibt es zu Ostern etwas Herzhaftes: Fanesca. Das ist eine reichhaltige Suppe aus verschiedenen Bohnen, Kürbis, Mais und weiteren Gemüsesorten, oft verfeinert mit geräuchertem Fisch oder Meeresfrüchten. In Mexiko darf es wieder süß sein: Capirotada ist ein Auflauf aus Brot, Käse, Nüssen und getrockneten Früchten, aromatisiert mit Zimt, Nelken und Sirup.
In Österreich steckt jedes Bundesland voller eigener Ostertraditionen: Von der Osterpinze über den Kärntner Reindling bis zum Osterschinken – die Klassiker sind so vielfältig wie das Land selbst. Auch wenn jede Familie ihre eigenen Rituale pflegt, lohnt es sich, einen Blick über die Landesgrenzen zu werfen: Bräuche aus anderen Ländern können frische Inspiration für den Ostertisch liefern.