Früher war das Sammeln von Wildkräutern Teil des Alltags. Heute kehrt dieses Wissen zurück, getragen von einem neuen Bewusstsein für Regionalität, Nachhaltigkeit und saisonalen Genuss. Dabei geht es nicht nur ums Essen – sondern um Achtsamkeit, Naturverbundenheit und die Freude am Entdecken.
Sommerkräuter im Porträt
Giersch ist ein Paradebeispiel für unterschätzte Wildkost. Sein Geschmack erinnert an eine Mischung aus Petersilie und Sellerie. Als Salatgrundlage, in Quiches oder als Pesto entfaltet er sein volles Aroma.
Gundermann mit seiner leicht herben Note eignet sich hervorragend für aromatisierte Öle oder Kräuterbutter.
Schafgarbe ist nicht nur schön anzusehen – ihre feinen Blätter geben Suppen eine interessante Tiefe.
Wilder Thymian, der oft in felsigen Gebieten wächst, verleiht Gerichten mediterrane Finesse.
Die Kräuter können roh, gegart oder getrocknet verwendet werden – je nach Pflanze und Vorliebe. Und sie liefern nicht nur Geschmack, sondern auch wertvolle Inhaltsstoffe wie Bitterstoffe, ätherische Öle oder Antioxidantien.
Wild sammeln – aber richtig!
Bevor man zur Kräuterschere greift, gilt es einige Regeln zu beachten:
- Sammeln nur dort, wo es erlaubt ist – Naturschutzgebiete und Privatgrundstücke sind tabu.
- Nur das nehmen, was man kennt – viele Pflanzen ähneln einander, und einige sind giftig.
- Respektvoll mit der Natur umgehen – nur kleine Mengen pflücken, keine Wurzeln ausreißen.
- Nicht an Straßenrändern sammeln – dort lagern sich oft Schadstoffe ab.
Ein gutes Bestimmungsbuch oder eine App kann helfen, Pflanzen sicher zu erkennen. Noch besser: Ein Kräuterkurs mit erfahrenen Wildkräuterpädagog:innen.
Rezepte für den wilden Sommergenuss
Wie wäre es mit einer Wildkräuterbutter aus Giersch, Gundermann und Knoblauchrauke? Oder einem kühlen Sommerdrink mit Holunderblüten, Zitronenscheiben und frischer Minze? Auch Wildkräutersalze, essbare Blüten im Salat oder ein Sirup aus Mädesüß laden zum Experimentieren ein.
Die wilde Küche ist nicht aufwändig – sie lebt von der Einfachheit, vom Moment und vom bewussten Umgang mit dem, was gerade wächst. Wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, wird mit anderen Augen durch die Natur gehen.