Wer Erdäpfel zu lange lagert oder sie nicht optimal aufbewahrt, entdeckt früher oder später kleine Triebe auf der Schale. In solchen Momenten stellt sich oft die Frage, ob man diese noch bedenkenlos essen kann. Tatsächlich ist hier Vorsicht angebracht, denn mit der Keimbildung steigt auch der Gehalt an Solanin – einem natürlichen Giftstoff, den die Pflanze als Schutzmechanismus bildet. In frischen Erdäpfeln ist dieser Stoff nur in sehr geringen Mengen enthalten und stellt kein Problem dar. Sobald sich jedoch Keime entwickeln, konzentriert sich Solanin vermehrt in diesen Austrieben sowie in der Schale. Der Stoff ist leicht bitter im Geschmack und kann in höheren Mengen gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Entscheidend ist daher der Zustand der Erdäpfel. Sind nur wenige, sehr kleine Keime vorhanden, können sie in der Regel noch verwendet werden, sofern die betroffenen Stellen großzügig entfernt und die Erdäpfel geschält werden. Werden die Triebe jedoch länger als etwa ein Zentimeter oder sind bereits zahlreich vorhanden, sollte man die Erdäpfel nicht mehr essen. Ähnliches gilt für stark geschrumpfte oder weich gewordene Exemplare. Auch grün verfärbte Stellen sind ein Hinweis auf einen erhöhten Solaningehalt. Kleinere grüne Bereiche können sorgfältig weggeschnitten werden. Ist jedoch ein Großteil der Erdäpfel betroffen, empfiehlt es sich, sie zu entsorgen. Besonders empfindliche Personengruppen wie Kinder oder Schwangere sollten hier besonders achtsam sein.
Auf die richtige Lagerung kommt es an
Damit es gar nicht erst zu Keimen oder Verfärbungen kommt, spielt die richtige Lagerung eine wichtige Rolle. Erdäpfel halten sich am besten an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort. Temperaturen zwischen fünf und acht Grad sind ideal, während höhere Temperaturen das Keimen begünstigen. Licht sollte unbedingt vermieden werden, da es die Bildung von Solanin zusätzlich fördert. Ebenso ist es ratsam, Erdäpfel getrennt von Äpfeln aufzubewahren, da diese ein Reifegas abgeben, das den Austrieb beschleunigt. Ein einfaches, aber wichtiges Signal bleibt der Geschmack: Wirken Erdäpfel bitter, sollten sie nicht mehr gegessen werden.