Wer glaubt, Cashews seien nur ein Knabberzeug, wird schnell eines Besseren belehrt: Diese „Nüsse“ können viel mehr, als man auf den ersten Biss vermutet. Cashewkerne sind weit mehr als nur ein leckerer Snack für zwischendurch. Geröstet verleihen sie Reisgerichten, Currys oder Salaten ein feines Aroma und eine knackige Textur. Ihr mild-nussiger Geschmack und ihre cremige Konsistenz machen sie besonders in der pflanzenbasierten Küche vielseitig einsetzbar – etwa als Grundlage für herzhafte Soßen, würzige Dips oder sogar süße Desserts.
Ein beliebtes Beispiel ist ein veganer Brotaufstrich, der geschmacklich an Frischkäse erinnert. Dafür werden Cashewkerne für einige Stunden – idealerweise über Nacht – in Wasser eingeweicht. Bei Zeitmangel reicht auch ein kurzes Einweichen in heißem Wasser oder ein kurzes Aufkochen. Anschließend werden sie abgespült und mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer sowie frischen Kräutern wie Schnittlauch oder Petersilie im Mixer zu einer glatten Creme verarbeitet. Gewürze wie Paprikapulver oder Chili sorgen für zusätzliche Geschmacksnuancen. Auch cremige Dips und pflanzliche Alternativen zu Mayonnaise lassen sich einfach zubereiten. Dazu werden die eingeweichten Cashews mit Öl, etwas Wasser oder ungesüßter Pflanzenmilch und einem Schuss Essig verrührt. Mit Senf, Salz und einer Spur Süße – zum Beispiel durch Ahornsirup oder Honig – entsteht eine schmackhafte Sauce, die gut zu Pommes oder Ofengemüse passt. Für eine vegane „Käsesoße“ werden die Kerne mit Zitronensaft, Hefeflocken und milden Gewürzen püriert; wer möchte, ergänzt das Rezept mit gekochten Erdäpfeln oder Karotten für zusätzliche Cremigkeit.
Auch in der Dessertküche überzeugen Cashews: Ihr feines, leicht buttriges Aroma eignet sich hervorragend als Ersatz für Milchprodukte. In veganen Käsekuchen ersetzt die Cashewcreme beispielsweise Sauerrahm, Crème fraîche, Schlagobers oder Topfen. Dafür wird sie mit Kokosmilch, Limettensaft und Agavendicksaft vermischt und auf einen Boden aus Trockenfrüchten, Mandeln und Haferflocken gestrichen. Nach einer Nacht im Kühlschrank entsteht eine samtige Konsistenz, die sich gut mit Früchten oder Beerensoße kombinieren lässt.
Cashewkerne stammen vom Cashewbaum, der bis zu 15 m hoch werden kann und ursprünglich aus dem tropischen Südamerika stammt. Heute werden Cashews v. a. in Indien, Vietnam und Teilen Afrikas produziert. Die bekannte „Nuss“ wächst dabei nicht im Fruchtinneren, sondern außen an einem sogenannten Cashewapfel – botanisch gesehen handelt es sich also um den Samen einer Steinfrucht.
In ernährungsphysiologischer Hinsicht sind Cashews besonders interessant: Sie enthalten im Vergleich zu anderen Nüssen weniger Fett (rund 47 %) und dafür mehr Kohlenhydrate (etwa 22 %). Ihr Eiweißgehalt liegt bei 18 bis 21 %, was sie zu einer wertvollen pflanzlichen Proteinquelle macht. Außerdem liefern sie verschiedene B-Vitamine, Magnesium, Eisen und Calcium. Wegen ihres hohen Energiegehalts sollten sie jedoch in Maßen genossen werden – eine Handvoll pro Tag ist ideal.