Ernährung im Wandel

Pflanzlich essen, bewusst leben

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 07.01.2026 - 08:42
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Dieser Trend begeistert viele: Eine pflanzliche Ernährung schont die Umwelt deutlich mehr als der Konsum tierischer Produkte, spart Ressourcen und trägt zu echtem Tierschutz sowie höherem Tierwohl bei. Zugleich regt er zum Nachdenken an, denn diese Entwicklung betrifft v. a. wohlhabende westliche Länder. Global zeigt sich ein anderes Bild: Rund zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind für den Ackerbau ungeeignet. Dort liefert Weidewirtschaft Milch und Fleisch – oft als lebenswichtige Ergänzung zu den teils eingeschränkten Ernährungsoptionen vieler Regionen.

Entscheidend bleibt fundiertes Wissen, um sich pflanzlich ausgewogen zu ernähren. Die wissenschaftliche Lage ist dabei nicht eindeutig: Beobachtete Vorteile bei Veganern könnten ebenso auf einen allgemein gesünderen Lebensstil – mit mehr Bewegung und bewussterem Alltag – zurückgehen wie auf die Ernährung selbst. Eine vegane Ernährung ist also nicht automatisch gleichbedeutend mit Gesundheit. Wer sich hauptsächlich von stark verarbeiteten Fleischersatzprodukten, pflanzlichen Fertigmenüs oder raffiniertem Getreide ernährt, riskiert gesundheitliche Nachteile. Deshalb lohnt sich ein wachsamer Blick auf kritische Nährstoffe, um langfristige Defizite zu vermeiden. Häufig unterschätzt werden Vitamin B12, Vitamin D, Kalzium, Omega‑3‑Fettsäuren, Eisen und Zink, die in einer rein pflanzlichen Ernährung nicht immer in ausreichender Menge vorkommen. Glücklicherweise gibt es clevere Alternativen: Algenöl liefert hochwertiges Omega‑3, grünes Blattgemüse wie Mangold oder Grünkohl sowie Sesam sind gute Kalziumquellen, und die Kombination aus Getreide und Hülsenfrüchten sorgt für hochwertiges Eiweiß mit hoher biologischer Wertigkeit. Lediglich bei Vitamin D und B12 empfehlen Experten, diese gezielt zu zuführen, um sicherzugehen.