Slush-Ice

Warum das bunte Eisgetränk problematisch sein kann

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 03.08.2026 - 07:50
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Glycerin ist in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff E 422 zugelassen und darf in vielen Lebensmitteln ohne festgelegte Höchstmenge verwendet werden.

Kleine Kinder nehmen schneller hohe Mengen auf

Wie viel Glycerin tatsächlich in einem Slush-Ice enthalten ist, ist für Verbraucher nicht erkennbar. Das kann insbesondere für jüngere Kinder problematisch sein, da ihr geringeres Körpergewicht dazu führt, dass sie mit derselben Getränkemenge eine höhere Dosis pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen als Erwachsene. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat insgesamt 62 Slush-Ice-Proben untersucht. Der durchschnittlich gemessene Glyceringehalt lag bei rund 26 Gramm pro Liter. Für jüngere Kinder kann bereits eine kleine Portion ausreichen, um eine vergleichsweise hohe Menge Glycerin aufzunehmen. Die gemessenen Werte unterschieden sich allerdings erheblich. In rund einem Drittel der untersuchten Proben konnte überhaupt kein Glycerin nachgewiesen werden. Bei knapp der Hälfte lag der Gehalt dagegen über 25 Gramm pro Liter. Der höchste gemessene Wert betrug 142 Gramm pro Liter.

Mögliche Beschwerden

Bei einer hohen Aufnahme von Glycerin können unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Benommenheit auftreten. Das BfR weist außerdem darauf hin, dass bisher nur wenige wissenschaftliche Erkenntnisse darüber vorliegen, wie Glycerin nach dem Verzehr auf Kinder wirkt. Die Risikobewertung beruht daher auf einer vorsichtigen Annahme. Auch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat sich inzwischen mit dem Thema befasst. Im März 2026 legte das BfR für den einmaligen Verzehr glycerinhaltiger Getränke einen gesundheitlichen Richtwert von 125 Milligramm Glycerin pro Kilogramm Körpergewicht fest. Bis zu dieser Menge wird bei einmaliger Aufnahme kein erkennbares Gesundheitsrisiko erwartet. Da Kinder deutlich weniger wiegen als Erwachsene, können sie diesen Wert schon mit einer kleinen Portion Slush-Ice erreichen oder überschreiten. 

Wie viel ist im Slushy?

Das Problem: Anhand des Aussehens oder Geschmacks lässt sich nicht erkennen, ob und wie viel Glycerin ein Slush-Ice enthält. Auch die Portionsgröße allein sagt wenig über die aufgenommene Menge aus, da die Konzentration zwischen verschiedenen Produkten stark schwanken kann. Das BfR empfiehlt deshalb besondere Vorsicht bei Kindern. Wer mögliche unerwünschte Wirkungen vermeiden möchte, sollte insbesondere Kleinkindern keine Slush-Ice-Getränke anbieten und auch bei älteren Kindern auf kleine Mengen und einen gelegentlichen Konsum achten. Erwachsene sollten ebenfalls vermeiden, große Mengen in kurzer Zeit zu trinken.

Wer auf die typische eisige Konsistenz nicht verzichten möchte, kann Slush-Alternativen auch selbst zubereiten. Ein fruchtiges Sorbet, Wassereis oder eine selbst gemachte Granita aus Wasser, Zitronensaft und etwas Zucker kommt ohne Glycerin als Zusatzstoff aus. Für die typische Granita-Konsistenz wird die gefrorene Masse einfach immer wieder mit einer Gabel aufgelockert, bis feine Eiskristalle entstehen.