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Schneidebrett im Check: Keimschleuder oder Küchenheld?

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 24.04.2026 - 08:00
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Schneidebretter aus Holz sind in vielen Küchen beliebt und überzeugen durch ihre natürliche Optik und angenehme Haptik, während Kunststoffbretter als praktische Alternative vor allem bei der hygienischen Reinigung punkten. © Pixel-Shot/Shutterstock.com

Holz oder Plastik: Wo fühlen sich Keime wohl?

Durch das tägliche Schneiden entstehen in allen Schneidebrettern kleine Rillen und Kerben. Genau dort können sich Keime besonders gut festsetzen. Glatte Materialien wie Glas oder Stein lassen Kerben und Rillen schwerer entstehen und lassen sich leicht reinigen, sind aber hart für Messer und machen sie schnell stumpf. Deshalb greifen viele lieber zu Holz oder Kunststoff.

Holz hat dabei einen guten Ruf, denn bestimmte Holzarten wie Eiche, Olivenholz oder Bambus können antibakterielle Eigenschaften besitzen. Trotzdem ist auch Holz nicht automatisch hygienisch unbedenklich. Gerade bei rohem Fleisch, besonders Geflügel, empfehlen Fachleute eher Kunststoffbretter, da diese heißer gereinigt werden können.

Reinigung zählt: So bleibt dein Brett wirklich sauber

Der wichtigste Hygienefaktor ist die richtige Reinigung. Kunststoffbretter können meist problemlos in der Spülmaschine bei hohen Temperaturen gereinigt werden, wodurch viele Keime zuverlässig abgetötet werden. Wichtig ist dabei, auf die Kennzeichnung zu achten: „spülmaschinengeeignet“ ist nicht dasselbe wie „spülmaschinenfest“. „Spülmaschinengeeignet“ bedeutet, dass ein Produkt grundsätzlich in die Spülmaschine darf, dabei aber mit der Zeit Gebrauchsspuren wie Verfärbungen oder Verformungen auftreten können. „Spülmaschinenfest“ hingegen heißt, dass es auch bei regelmäßiger Reinigung in der Maschine dauerhaft stabil bleibt und keine Schäden davonträgt.

Holzbretter hingegen sollten nicht in die Spülmaschine. Sie werden besser per Hand mit heißem Wasser und Spülmittel sowie einer Bürste gereinigt und anschließend gründlich getrocknet. Schwämme sind dafür weniger geeignet, da sie selbst viele Keime enthalten können.

Für die Pflege von Holz gilt außerdem: gelegentliches Ölen schützt das Material und verlängert die Lebensdauer. Bei Gerüchen helfen Hausmittel wie Zitronensaft, Salz oder Essigwasser.

Ein zusätzlicher Tipp aus der Praxis: Unterschiedliche farbige Kunststoffbretter für Fleisch, Fisch und Gemüse helfen dabei, dass die Keime von Fleisch nicht auf Gemüse landen, das später vielleicht roh gegessen wird.