Faschings-Highlights weltweit

Süß, fett, unwiderstehlich!

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 12.02.2026 - 13:07
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Während man in Österreich und Teilen Deutschland Krapfen und Mutzenmandeln nascht, knabbert man in Italien „Chiacchiere“, feine, gezackte Teigstreifen, die goldgelb ausgebacken und mit Zucker oder Schokolade veredelt werden. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt „Plauderei” und ist an fröhliche venezianischen Karnevalsstimmung angelehnt.
In Frankreich erfreuen „Bugnes“, „Merveilles“ oder „Oreillettes“ die Narren. Frisch frittiert und mit Puderzucker bestreut, gehören sie in Frankreich, besonders rund um Lyon, zum Mardi Gras (französische Bezeichnung für den Faschingsdienstag) einfach dazu. Je nach Region werden sie unterschiedlich genannt. In Südfrankreich, und besonders rund um Bordeaux, kommen die bugnes auch als merveilles in die Tüte. In der Provence heißen sie mitunter auch oreillettes. Frech Pets de nonnes werden sie in der Champagne genannt, bottereaux in Nantes und der Bretagne. Einen ganz anderen Namen tragen die bugnes auf Korsika: Dort werden sie frappe genannt. Doch wie immer sie auch heißen – beim Genuss zählt der Geschmack, nicht der Name!
In Polen formt man für Faworki („Liebesschleifen“) Rauten mit typischer Schlinge, in Luxemburg werden aus ähnlichem Teig kleine Knoten („Verwurelter“) gedreht und im heißen Fett knusprig frittiert. 

Neben all dem Schmalzgebäck gibt es auch fluffige Hefe- und Brandteigvarianten: In Skandinavien genießt man mit Kardamom verfeinerte Hefebrötchen, gefüllt mit Mandelcreme und Schlagobers – in Schweden „Semla“, in Finnland „Laskiaispulla“ –, in Island erinnern mit Creme, Marmelade und Schokoglasur gefüllte „Vatnsdeigsbollur“ an Windbeutel. In New Orleans wiederum prägt der „Mardi Gras“ die fünfte Jahreszeit: Dort wird ein bunter „King Cake“ in den Farben Lila, Grün und Gold serviert, in dem eine kleine Babyfigur versteckt ist, die Glück und Wohlstand verspricht. 

In Österreich schließlich ist der Krapfen zur Faschingszeit so unverzichtbar wie die Kekse zu Weihnachten: Besonders der mit Marillenmarmelade gefüllte Krapfen ist ein echter Klassiker und auch im süddeutschen Raum – dort oft Berliner, Pfannkuchen oder Kreppel genannt – heiß begehrt. Heute verführen zahllose Varianten mit neuen Füllungen, Glasuren und Formen, doch ein frisch gebackener Krapfen mit Staubzucker und Marillenfüllung bleibt für viele die unantastbare Nummer eins.