Wer im Herbst gerne draußen unterwegs ist, kann sich auf die Suche nach Esskastanien machen. Die Bäume wachsen in Österreich in wärmeren Regionen, etwa in der Steiermark und im Osten des Landes. Auch in manchen Wäldern und Parks sind sie zu finden. Übrigens: Mit Rosskastanien sind Maroni botanisch nicht verwandt – und im Gegensatz zu Esskastanien sind Rosskastanien für den Menschen nicht zum Verzehr geeignet. Informiere dich außerdem über mögliche Sammelverbote und die geltenden Regeln vor Ort. Im Wald gehören Früchte grundsätzlich dem Waldeigentümer; das Sammeln für den Eigenbedarf ist nicht überall uneingeschränkt erlaubt.
Ab in den Backofen
Bevor es losgeht, solltest du die Schale vorbereiten. Schneide zunächst die spitzen Enden etwas zurück und ritze die Schale anschließend mit einem scharfen Messer kreuzweise ein. Das ist wichtig, damit sich beim Rösten kein gefährlicher Druck aufbaut und die Maroni später leichter zu schälen sind. Im Backofen kommen die eingeritzten Maroni auf ein Blech und werden bei etwa 180 °C rund 15 bis 30 Minuten geröstet. Die genaue Dauer hängt von der Größe und Frische der Früchte ab. Eine kleine feuerfeste Schale mit Wasser im Ofen kann für zusätzliche Feuchtigkeit sorgen. Du erkennst, dass die Maroni fertig sind, wenn sich die Schale an den Einschnitten öffnet und deutlich dunkler geworden ist.
Auch in der Pfanne klappt die Zubereitung. Dafür eignet sich eine gusseiserne Pfanne, in der die Maroni ohne Öl und mit geschlossenem Deckel geröstet werden. Wende sie regelmäßig, damit sie gleichmäßig garen und nicht anbrennen.Nach dem Rösten solltest du die Maroni möglichst noch warm schälen. Dann lassen sich sowohl die harte Schale als auch die dünne, manchmal etwas bittere Samenhaut leichter entfernen.
Süß oder herzhaft?
Natürlich kannst du die heißen Maroni einfach pur snacken. Sie machen sich aber auch richtig gut in herzhaften Gerichten. Kurz in Butter oder Rapsöl geschwenkt und mit Rosmarin, Muskat, Salz und Pfeffer gewürzt, passen sie hervorragend zu Kohlsprossen, Lauch, Sellerie oder Pilzen.
Wer es lieber süß mag, kann Maroni mit Butter, Zucker, Zimt und etwas geriebener Orangenschale karamellisieren. Auch zu Püree, Suppen, Salaten oder Desserts passen sie wunderbar. Aus gerösteten und geschälten Maroni lässt sich außerdem Maronenmehl herstellen: Dafür die Früchte vollständig trocknen lassen und anschließend fein mahlen. Das Mehl eignet sich zum Beispiel für Brot, Gebäck oder Palatschinken.
Warum schmecken Maroni eigentlich so süß?
Maroni sind botanisch gesehen Nussfrüchte. Im Vergleich zu Wal- oder Haselnüssen enthalten sie deutlich weniger Fett. Dafür liefern sie reichlich Kohlenhydrate, v. a. Stärke, sowie Ballaststoffe. Beim Rösten entwickeln sich durch die Hitze zusätzliche Röstaromen, die gemeinsam mit dem natürlichen süßlichen Geschmack für das typische Maroni-Aroma sorgen. Früher waren Esskastanien in manchen Regionen Europas wegen ihres hohen Stärkegehalts ein wichtiges Grundnahrungsmittel und wurden sogar als „Brot der Armen“ bezeichnet. Heute sind Maroni v. a. als herbstlicher und winterlicher Genuss beliebt und bringen eine besondere Note in süße und herzhafte Rezepte.
Maroni schmecken nicht nur köstlich, sie haben auch einiges an wertvollen Inhaltsstoffen zu bieten. Sie liefern Vitamin C, Vitamin B6 und Folat sowie die Mineralstoffe Mangan und Kupfer. Damit unterstützen sie unter anderem das Immunsystem, tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei und helfen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Auch bei Müdigkeit spielen einige dieser Nährstoffe eine Rolle. Dazu kommen Ballaststoffe, die eine normale Verdauung unterstützen.
Worauf ist zu achten
Maroni gibt es typischerweise ab Herbst im Handel. Gute Exemplare fühlen sich prall und fest an und haben eine glänzende Schale. Klingt eine Maroni beim Schütteln hohl, kann das darauf hindeuten, dass der Kern bereits ausgetrocknet ist. Früchte mit Löchern, Schimmel oder muffigem Geruch solltest du aussortieren. Damit sie möglichst lange frisch bleiben, gehören Maroni am besten in den Kühlschrank. In einem luftdurchlässigen Beutel halten sie sich dort länger als bei Zimmertemperatur. Kontrolliere sie regelmäßig und entferne Früchte, die schimmeln oder verderben. Vorgegarte und geschälte Maroni sind außerdem praktisch, wenn es schnell gehen soll – und sind auch außerhalb der Saison erhältlich.