Nachhaltiger Weinbau

Spitzenwerte für Spitzenwein

Ein Artikel von Alexandra Pickner | 24.02.2026 - 09:23
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Österreich festigt seinen Ruf als Taktgeber im nachhaltigen Weinbau – und das mit beeindruckenden Zahlen. Bereits 12.324 ha Rebfläche werden nach dem streng geprüften Programm „Nachhaltig Austria“ bewirtschaftet. Das entspricht 28 % der gesamten Weinbaufläche des Landes – ein Höchststand. Auch im Bio-Segment setzt Österreich Maßstäbe: Ein Viertel aller Weingärten ist biologisch zertifiziert, damit liegt das Land international an der Spitze.

Mehr als 700 Weinbaubetriebe tragen inzwischen das Siegel „Nachhaltig Austria“ und bewirtschaften gemeinsam über 12.000 ha – mehr als ein Viertel der heimischen Rebflächen. Seit 2019 hat sich die zertifizierte Fläche mehr als verdreifacht. Parallel dazu boomt der biologische Anbau: 25 % der Gesamtfläche sind biozertifiziert, mehr als jeder zehnte Bio-Weingarten wird sogar biodynamisch geführt. Nachhaltigkeit ist damit längst kein Nischenthema mehr, sondern prägt den österreichischen Weinbau entscheidend. Das Gütesiegel „Nachhaltig Austria“ genießt auch international Anerkennung. Es steht für klar definierte und messbare Nachhaltigkeitsleistungen – von der Arbeit im Weingarten über das Keller-Management bis hin zu sozialen und wirtschaftlichen Kriterien. Gerade in wichtigen Exportmärkten wie Skandinavien oder Kanada gewinnen glaubwürdige Umweltzertifikate zunehmend an Bedeutung für Kaufentscheidungen.

Entwickelt wurde das Programm vom Österreichischen Weinbauverband gemeinsam mit Wissenschaft und Praxis, eingeführt wurde es 2015. Rund 400 Kriterien werden für die Zertifizierung geprüft. Ein digitales Tool sorgt für Transparenz und kontinuierliche Weiterentwicklung, unabhängige Kontrollstellen übernehmen die externe Überprüfung. Die Wirkung ist messbar: Auf 84 % der zertifizierten Flächen wird komplett auf Herbizide verzichtet, 80 % kommen ohne Insektizide aus. Erneuerbare Energiequellen wie Photovoltaik, Biomasse oder Ökostrom decken inzwischen rund 80 % des Energiebedarfs. 38 Betriebe arbeiten sogar vollständig energieautark. Auch bei Verpackung und Zusammenarbeit zeigt sich der Fortschritt: Leichtere Glasflaschen, recyclingfähige Materialien und regionale Kooperationen sparen Ressourcen. Über 70 % der Betriebe nutzen Maschinen gemeinschaftlich – das senkt Kosten, reduziert Emissionen und stärkt zugleich die regionale Vernetzung. Österreich beweist damit eindrucksvoll, dass Spitzenwein und gelebte Nachhaltigkeit bestens zusammenpassen.


Quelle: oesterreichwein