Tee trifft Sprudel
Sparkling Tea bringt die Vielfalt von Tee mit der Leichtigkeit von Sprudelwasser in ein neues, modernes Getränk. © Buntovskikh Olga/Shutterstock.com
Kalter Tee erlebt gerade ein Comeback – allerdings deutlich vielfältiger als früher. Besonders beliebt ist Sparkling Tea, bei dem klassischer Tee zunächst als starker Aufguss oder Cold Brew zubereitet und anschließend gut gekühlt mit Kohlensäure kombiniert wird. Je nach Sorte entsteht ein völlig unterschiedliches Aromabild: Schwarztee bringt kräftige, leicht malzige Noten mit, Grüntee wirkt frisch und Kräutertees eher weich und würzig. Durch das Aufsprudeln mit Mineralwasser oder Tonic entsteht ein leichter, eleganter Drink mit feiner Bitternote und erfrischender Perlage.
Noch unkomplizierter ist Cold Brew Tea. Dabei ziehen Teebeutel oder loser Tee mehrere Stunden in kaltem Wasser – meist zwischen 4 und 12 Stunden im Kühlschrank. Diese Methode sorgt für eine besonders milde, kaum bittere Extraktion. Schwarzer Tee wirkt dadurch weicher und weniger adstringierend, grüner Tee verliert seine herben Kanten, und Früchtetees entwickeln eine klare, natürliche Süße. Als Basisdrink funktioniert Cold Brew bereits pur, lässt sich aber ebenso gut mit Sprudelwasser, Tonic oder leichter Limonade verlängern.
Der eigentliche Reiz liegt in der Aromatisierung: Schwarz- und Grüntee harmonieren besonders gut mit Zitrusnoten wie Limette oder Zitrone, die Frische und leichte Säure einbringen. Kräutertees lassen sich vielseitig verfeinern – Minze sorgt für Kühle, Rosmarin für eine herbe, mediterrane Note, Zitronenmelisse für sanfte Frische. Früchtetees bekommen durch frische Beeren, Pfirsichstücke oder Granatapfelkerne zusätzliche Textur und wirken dadurch optisch wie geschmacklich deutlich lebendiger.
Kaffee trifft Tonic
Espresso Tonic verbindet kräftigen Kaffee mit spritzigem Tonic Water zu einem ungewöhnlich erfrischenden Sommerdrink. © IvanZivkovic/Shutterstock.com
Zu den überraschendsten Sommerdrinks der vergangenen Jahre zählt der Espresso Tonic. Was auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt, hat sich längst als fester Bestandteil moderner Café- und Barspezialitäten etabliert – ein Drink für alle, die Kaffee lieben, aber ihn gerne frisch, leicht bitter und eisgekühlt genießen.
Die Zubereitung ist einfach und sorgt dennoch für einen besonderen Effekt im Glas: Zuerst werden Eiswürfel in ein hohes Glas gegeben und mit Tonic Water aufgegossen. Sobald die Kohlensäure etwas zur Ruhe gekommen ist, wird ein frisch gebrühter Espresso langsam und vorsichtig darüber gegossen. So entstehen zwei klar getrennte Schichten – das herbe Tonic unten, der aromatische Espresso oben, oft mit feiner Crema. Durch das Eis kühlt der Espresso sofort ab, ohne an Intensität zu verlieren. Geschmacklich trifft kräftiger Kaffee auf die leicht bittere, spritzige Note des Tonics – eine Kombination, die überraschend harmonisch wirkt und besonders an heißen Tagen für einen belebenden Frischekick sorgt.
Typischerweise wird ein doppelter Espresso (etwa 50 bis 60 ml) mit rund 150 bis 180 mlTonic Water kombiniert. Je nach Vorliebe lässt sich der Drink zusätzlich mit einer Zitronen- oder Orangenzeste abrunden, die die Bitternoten elegant unterstreicht.
Fermentiert, prickelnd, anders: Kombucha & Wasserkefir
Fermentierte Drinks sind sind nach wie vor beliebt und haben sich als feste Größe im modernen Getränkeregal etabliert. Allen voran Kombucha und Wasserkefir, die irgendwo zwischen Erfrischungsdrink und Lifestyle-Getränk liegen. Ob selbst gemacht oder fertig gekauft: Beide setzen auf natürliche Fermentation und einen Geschmack, der von fruchtig-säuerlich bis leicht spritzig reicht.
Im Handel tauchen sie heute oft in kreativen Geschmacksrichtungen auf. Neben der klassischen Basis finden sich Kombinationen mit Mango, Passionsfrucht, Yuzu oder Kokos – also genau den Aromen, die aktuell auch in anderen Foodtrends dominieren.
Was steckt eigentlich drin?
Sowohl Kombucha als auch Wasserkefir entstehen durch Fermentation – also durch die Umwandlung von Zucker mithilfe von Mikroorganismen. Dabei arbeiten verschiedene Hefen und Bakterien zusammen, meist Milchsäure- und Essigsäurebakterien sowie natürliche Hefekulturen.
Beim Kombucha übernimmt der sogenannte SCOBY (Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast) die Hauptarbeit. Diese gummiartige Kultur fermentiert gesüßten Tee über etwa 7 bis 10 Tage. Dabei werden pro Liter rund 60 bis 100 g Zucker teilweise abgebaut und in organische Säuren, etwas Alkohol und Kohlensäure umgewandelt. Das Ergebnis ist ein leicht säuerlicher, prickelnder Drink mit komplexem Aroma.
Der Wasserkefir funktioniert ähnlich, setzt aber auf Zuckerwasser statt Tee und wird oft mit getrockneten oder frischen Früchten angesetzt. Die Fermentation läuft deutlich schneller ab – meist nach 1 bis 3 Tagen ist das Getränk trinkfertig. Auch hier entstehen Kohlensäure, leichte Säuren und ein geringer Alkoholanteil.
Leicht prickelnd mit kleinem Twist
Typisch für beide Getränke ist ein natürlicher Kohlensäuregehalt, der während der Fermentation entsteht. Der Alkoholgehalt bleibt in der Regel niedrig und liegt meist bei etwa 0,5 Volumenprozent, kann in einzelnen Fällen aber auch mehr erreichen – abhängig von Rezept, Dauer und Temperatur.
Dirty Soda – der süß-cremige Drink mit Überraschungseffekt
Dirty Soda kombiniert Limonade, Sirup und eine cremige Komponente zu einem süßen Trendgetränk. © NatalyaBond/Shutterstock.com
Egal ob mit klassischer Kuhmilch oder pflanzlichen Alternativen: Auch in Österreich zeichnet sich ein Trend ab, der in den USA längst etabliert ist – die Dirty Soda. Hinter dem ungewöhnlichen Namen steckt eine Mischung aus kohlensäurehaltiger Limonade, Eis, aromatisiertem Sirup und einem cremigen Zusatz wie Milch, Schlagobers oder einem Creamer. Typische Basis sind Softdrinks wie Cola, Zitronenlimonade oder Root Beer, die mit Vanille-, Karamell- oder Fruchtsirup verfeinert werden. Durch den Schuss Milch oder Schlagobers entsteht eine ungewohnte, leicht cremige Textur, die an ein Dessert im Glas erinnert, gleichzeitig aber spritzig bleibt. Je nach Kombination reicht das Spektrum von sehr süß und vollmundig bis hin zu überraschend mild mit fruchtigem Einschlag.
Im Vergleich zu anderen modernen Sommerdrinks wie fermentierten Getränken oder Tee-basierten Erfrischungen fällt die Dirty Soda ernährungsphysiologisch allerdings klar aus dem Rahmen: Durch Softdrinks, Sirup und cremige Zusätze enthält sie in der Regel deutlich mehr Zucker und Kalorien. Damit ist sie weniger ein klassischer Durstlöscher, sondern eher ein süßer Genussdrink für besondere Momente.