Quitten sind wahre Multitalente der Herbstküche: Ihr unverwechselbares, aromatisches Bouquet sorgt in süßen sowie herzhaften Gerichten für besondere Genussmomente. Ob als samtiges Kompott, würziges Chutney, klassisches Gelee oder süßer Sirup, die gelbe Frucht überzeugt mit einer breiten Aromenpalette. Auch in Kombination mit Wild, Fleisch oder zu Gnocchi bringt die Quitte Farbe und Geschmack auf den Teller. Trotz der harten Schale und ihrem herben Geschmack entfalten Quitten erst durch das Garen ihr volles Potential – roh sind sie kaum genießbar. Man unterscheidet zwischen der herben Apfelquitte und der milderen Birnenquitte.
Für die Lagerung gilt: Reife Quitten lagert man am besten an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Ort wie einem Keller oder einer Speisekammer. Dort halten sie sich je nach Sorte und Zustand zwei bis drei Monate frisch. Wichtig ist, dass die Früchte einzeln und ohne Kontakt zu anderem Obst liegen, da das starke Quittenaroma leicht auf Nachbarn übergeht. Druckstellen sollten vermieden werden. Traditionell wurden Quitten sogar im Wäscheschrank aufbewahrt, um den Kleidungsstücken ein feines Aroma zu verleihen.
Viele Quitten sind selbstfruchtbar, daher genügt meist ein einziger Baum im Garten. Die Erntezeit reicht von Mitte September bis weit in den Oktober – erkennbar an der gleichmäßigen gelben Färbung und dem intensiven Duft. Quitten können je nach Sorte zwischen 100 und 800 Gramm wiegen. Ursprünglich stammen Quitten aus dem südlichen Kaukasus und Kleinasien und gehören seit Jahrhunderten zur mitteleuropäischen Gartenkultur. Schon in der Antike griff man bei Hautentzündungen, Verdauungsproblemen oder Erkältungen zu dieser aromatischen Frucht. Und das zu Recht: Unter ihrer samtigen Schale steckt eine Fülle wertvoller Inhaltsstoffe. Quitten liefern jede Menge Kalium – ein Mineralstoff, der Herz, Nerven und Muskeln in Schwung hält und den Blutdruck stabilisiert. Dazu kommen Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor – kleine Helfer, die den Zellstoffwechsel antreiben. Mit Vitamin A, Folsäure und ordentlich Vitamin C bringen sie auch das Immunsystem in Topform. Und das alles mit gerade einmal 38 Kilokalorien pro 100 Gramm – weniger als ein Apfel! Als basenbildendes Obst passen Quitten ideal in eine ausgewogene, basische Ernährung. Sogar ihre Kerne sind kleine Wundermittel: Weicht man sie in Wasser ein und erhitzt sie kurz, entsteht ein feiner Quittenschleim. Dieses natürliche Hausmittel soll wohltuend bei Husten und Halsschmerzen wirken. Obwohl sie in den letzten Dekaden seltener wurden, finden sie heute zunehmend wieder Einzug in private Gärten.
Unser deftiges Rezept wartet hier – und hier präsentiert sich eine kleine traditionelle Köstlichkeit aus Quitten.